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Versicherungskennzeichen: Kleben statt Schrauben

Den herkömmlichen Mofa-Kennzeichen aus Blech geht es an den Kragen. Ab jetzt kann man das Nummernschild ohne Weiteres aufkleben und spart so nicht nur Zeit, sondern auch Geld.

Versicherungskennzeichen gibt es jetzt auch als Klebefolie. (Quelle: GDV)

Versicherungskennzeichen gibt es jetzt auch als Klebefolie. (Quelle: GDV)

Jedes Jahr im Frühjahr geht es los – mit den ersten warmen und trockenen Tagen werden die Mofas und Roller wieder aus der Garage und für eine erste Spritztour aus dem Winterschlaf geholt. Zuerst einmal müssen sich die Zweirad-Fahrer aber ein neues Kennzeichen bei der Versicherung besorgen. Denn die Versicherungsschilder müssen, anders als beim Auto, jährlich erneuert werden. Das heißt, im Frühjahr wird das Kennzeichen festgeschraubt, im Herbst wieder abgenommen und landet dann meistens im Müll. Deutschlandweit sind das um die zwei Millionen Schilder aus Aluminium- oder Stahlblech. Dagegen soll jetzt etwas unternommen werden.

Die Klebefolie ist nicht ganz neu
Bereits am 31. August 2020 im Bundesgesetzblatt verkündet, startete am 1. März der Praxistest. Mofa-Fahrer können ihr Kennzeichen einfach als praktische und ressourcenschonende Folie aufkleben. Nachdem positive Erfahrungen mit den klebenden Versicherungsplaketten bei E-Scootern, Segways und Hoverboards gemacht wurden, hat das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) die Klebefolie auch für alle weiteren Fahrzeuge mit Versicherungskennzeichen zugelassen. Dazu gehören Kleinkrafträder wie Roller, Mofas und Mopeds, Quads und Trikes mit einer Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h. Auch Elektrofahrräder mit einer Tretunterstützung bei Geschwindigkeiten über 25 km/h oder einer tretunabhängigen Motorunterstützung über 6 km/h bis max. 45 km/h und motorisierte Krankenfahrstühle müssen mit Versicherungskennzeichen gefahren werden. Ebenfalls mit der neuen Folie zugelassen werden, können Mofas und Mopeds aus DDR-Produktion mit einer Höchstgeschwindigkeit bis 60 km/h. Die Folie bekommt man – wie auch die Blechschilder – von der Versicherung.

Vorteile der Folie
Der wohl größte Vorteil der Klebefolie für den Mofa- oder Rollerfahrer ist die einfache Befestigung. Statt mit zwei Schrauben und Schraubenzieher bewaffnet, muss er die Folie nur noch auf eine vorhandene Trägerplatte kleben. Und im Herbst wird diese Folie einfach abgezogen – die Platte kann für den nächsten Sommer wiederverwendet werden. Das vermeidet Müll, und außerdem entstehen bei der Herstellung der Klebefolien weniger Treibhausgase als bei den herkömmlichen Blechschildern. Die Folien sind also nicht nur günstiger, sondern auch grüner! Ein weiterer Vorteil ist das Hologramm, das die Folie enthält. So ist sie fälschungssicherer als der Vorgänger aus Blech.

Wie geht es weiter?
Die neue Klebefolien-Variante wird zunächst drei Jahre lang getestet. Das bedeutet, in dieser Zeit kann sie als Alternative zum Blechschild genutzt werden. Sind diese drei Jahre vorbei, wird die Folienlösung evaluiert. So kann das Blechschild bald Geschichte sein. Dann heißt es jedes Frühjahr: Kleben statt Schrauben!